Inline - Skating - eine sinnvolle Alternative für Ausdauersportler

Geschrieben von TVB Achensee am 4. Januar 2008 | H.P. Steiners Tipps |

(Auszug: Zeitschrift Sports Care Nr. 1,1998, S.2 - 4)

Bevor man mit dem Training beginnt, sollten die Grundtechniken des Skatens unter Anleitung eines qualifizierten Instruktors erlernt werden. Bereits nach wenigen Unterrichtseinheiten beherrschen selbst absolute Anfänger den Skatingschritt, das Bremsen, Kurvenfahren und Abfahren. Die Verletzungsstatistik über Inline - Skating belegt jedoch, dass sich viele Anfänger ohne hinreichende Fahrsicherheit und ohne erforderliche Ausrüstung auf anspruchsvolle Strecken begeben. Typische Verletzungen wie Hautabschürfungen, Prellungen, Verstauchungen und Kopfverletzungen lassen sich mit dem Tragen von Helm, Knie-, Ellbogen- und Handgelenksschützern sowie einer intensiven Technikschulung vermeiden bzw. erheblich reduzieren.

Die richtige Belastungsintensität

Wie sie wissen, läßt sich die Grundlagenausdauer nur dann effektiv entwickeln, wenn die Trainingsintensität nicht zu hoch und nicht zu niedrig ist. Während Freizeitjogger gern dazu neigen, am oberen Limit zu trainieren, ist das bei Fitness - Skatern nicht so. Sie skaten in der Regel mit leicht vorgebeugtem Oberkörper und großem Kniewinkeln und wählen dabei eine ihrem Technikniveau angepasste Geschwindigkeit. Damit beanspruchen sie ihren Organismus in gesunder, präventiv wertvoller und leistungsfördernder Weise. Inline - Skating ist eine wertvolle Bereicherung für die Fitneß - Szene: Es macht Spaß und fördert Ausdauer, Kraft und Koordination.

 

Deutlich höher sind die Anforderungen an Muskulatur und Herz - Kreislaufsystem beim Speedskaten in tiefer aerodynamischer Position, in der der Oberkörper und somit auch der Körperschwerpunkt nach vorne abgesenkt und die Kniewinkel dadurch kleiner werden. In dieser Position wird die Bein- und Rückenmuskulatur um ein Vielfaches stärker beansprucht als in der aufrechten Position. Skaten in tiefer Position ist im Vergleich zur aufrechten Position wesentlich anstrengender. Bei gleicher Sauerstoffaufnahme werden höhere Herzfrequenz- und Laktatwerte erreicht. Bei der Steuerung und Kontrolle der Trainingsintensität muss dies berücksichtigt werden.

 

Interessant ist ferner der Vergleich zwischen Speeskaten und Laufen. Bei gleicher Herzfrequenz ist die Sauerstoffaufnahme beim Speedskaten deutlich geringer als beim Laufen oder Radfahren.

 

Aus den bisher durchgeführten Studien kann man schlussfolgern, dass man für ein reizwirksames aerobes Ausdauertraining, welches nach den Angaben des American Collage of Sports Medicine bei mindestens 55 % der maximalen Sauerstoffaufnahme liegen sollte, beim Speedskaten mit deutlich höheren Herzfrequenzen trainieren sollte als beim Laufen und Radfahren. Mit zunehmender Laufgeschwindigkeit steigen allerdings die Anforderungen an das Stütz- und Bewegungssystem, an Koordination und Konzentration sowie an die Lauftechnik.

 

Langzeitausdauerbelastungen über mehrere Stunden sind ohne Pausen nicht realisierbar. Regelmäßige Dehn-, Streck- und Entspannungsübungen sind während einer Ausdauereinheit erforderlich, um beispielsweise auftretenden Rückenschmerzen entgegenzuwirken. Ein auf Herz- und Lungenfunktion gerichtetes Grundlagenausdauertraining bzw. Fettstoffwechseltraining ist mit Inline - Skating aus diesen Gründen nur bedingt möglich. Ambitionierte Skater trainieren die Grundlagenausdauer daher vorwiegend in einer anderen Sportart (Radfahren, Laufen). Besonders effektiv kann beim Training jedoch die Beinkraftausdauer entwickelt werden, welche in vielen Sportarten ein leistungsbestimmender Faktor ist.

 

Inline Skaten hilft dem Freizeitsportler sein Training abwechslungsreicher und interessanter zu gestalten.