Osteoporose und Sport
Geschrieben von TVB Achensee am 15. Januar 2008 | H.P. Steiners Tipps |
Osteoporose und Ausdauertraining
Studien zum Einfluss von Ausdauertraining auf die Knochenmasse haben meist intensives Gehtraining, Tanzen / Aerobic, Joggen bzw. umfangreiches Lauftraining untersucht. Insgesamt zeigte sich, dass moderates Gehen allein nicht ausreicht, um den altersbedingten Knochenmasseverlust aufzuhalten. Als Minimalbelastung scheint 3 - 4maliges intensives Gehtraining bzw. Aerobic / Tanztraining (60-80 % der maximalen Herzfrequenz) pro Woche, jeweils 45 - 60 Minuten, möglichst mit zusätzlicher Gewichtsbelastung, erforderlich zu sein, um knochenstimulierende Effekte bei Untrainierten zu erzielen. Die durch ein derartiges Trainingsprogramm zu erzielende Knochenmassezunahmen sind jedoch nur gering, reduzieren aber zumindest den zu erwartenden Altersverlust.
Osteoporose und Krafttraining
Die durch „übliche“ Krafttrainingsprogramme zu erzielenden Knochenmassezunahmen dürften in den
meisten Fällen bei maximal 1% pro Jahr liegen und somit die „physiologische“ jährliche Knochenmasseabnahme etwa ausgleichen.
Osteoporose und kombinierte Trainingsformen
Bei älteren und sehr alten, untrainierten Menschen konnte bereits durch ein mäßig dosiertes, jedoch regelmäßig ausgeführtes Training (z. B. 3 mal pro Woche jeweils 30 min Training um einen Stuhl oder 3 mal pro Woche jeweils 20 min mildes Gymnastikprogramm) eine leichte Zunahme der Knochenmasse oder zumindest eine Reduktion der altersbedingten Knochenmasseabnahme und somit ein Erhalt der Knochenmasse erzielt werden.
Von großer Bedeutung ist es, dass ein Trainingsprogramm regelmäßig und langfristig durchgeführt wird. Unabhängig davon, ob ein trainingsbedingter Zugewinn an Knochenmasse durch Ausdauer- oder Krafttraining erzielt wurde, geht er bei Reduktion oder Abbruch der körperlichen Belastung wieder verloren.
Leistungssport und Überlastungsreaktionen
Sportinduzierte Störungen des Menstruationszyklus mit den damit verbundenen niedrigen Sexualsteroidhormonkonzentrationen und / oder Essverhaltensstörungen können zu pathologisch niedrigen
Knochendichtewerten und einer erhöhten Inzidenz von Stressfrakturen führen, trotz der sehr hohen Trainingsbelastungen und der damit verbundenen hohen mechanischen Reizsetzung. In einer eigenen Untersuchung fand man drastisch reduzierte Knochendichtewerte bei a- und oligomenorrhöischen Sportlerinnen. Auch bei männlichen Langstreckenläufern wurden erniedrigte Knochendichtewerte beschrieben, die möglicherweise auch in einem Zusammenhang mit reduzierten Sexualhormonkonzentrationen stehen. Diese Befunde machen deutlich, dass Trainingsanpassungen des
Knochens im Sinne einer Überkompensation nur erzielt werden können, wenn das „endokrine Milieu“ und / oder nahrungsabhängige Parameter nicht pathologisch verändert sind und das Training entsprechend der individuellen Belastbarkeit nach trainingswissenschaftlichen Gesichtspunkten durchgeführt wird.
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